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Ziele und was daraus erfolgt

Ziele und was daraus erfolgt

 

Ich fahre fast täglich mit der Bahn und komme mir in den Abteilen mittlerweile ein bisschen wie ein Exot vor. Gefühlt bin ich der einzige, der im Abteil noch ein Buch liest, während alle anderen Bahnfahrer mit Ihrem Smartphone beschäftigt sind. Und manchmal frage ich mich, ob ich mit einem Buch in der Hand nicht "wie von gestern" wirke. Aber dann passieren hin und wieder solche Momente wo junge Frauen Ihr Strickzeug aus der Tasche ziehen. Das sind dann die Momente, wo ich innerlich wieder ein bisschen aufatme und denke, das ich doch noch nicht so altmodisch sein kann.

 

( Foto:  www.instagram.com/nadylike_photography )

Momentan lese ich die Autobiografie von Frank Thelen und wem den Namen kein Begriff ist, möchte ich kurz erklären, dass es sich dabei um einen der erfolgreichsten Unternehmer und Investoren Europas handelt und den meisten wohl am ehesten bekannt ist aus der TV-Gründer-Show "Die Höhle der Löwen". Es braucht allerdings nun niemand zu denken, dass ich, weil ich dieses Buch lese, Unternehmer werden möchte. Davon bin ich weit entfernt. Es geht vielmehr darum das ich in den letzten Monaten die verschiedensten Autobiografien von prominenten Menschen gelesen oder mir in Form von Dokumentationen im Fernsehen angeschaut habe. So verschieden auch die ganzen Lebensläufe der Musiker, Politiker und Schauspieler auch gewesen sind, eins hatten sie gemeinsam; der Weg zum Erfolg war oftmals mehr als steinig und entstand nicht selten aus einer gewaltigen Niederlage. Bei Frank Thelen war es zum Beispiel der Fall gewesen, das er sein erstes Projekt in den Sand setzte und sich und sein erstes Unternehmen in sehr hohe Schulden stürzte und kurz vor der privaten Insolvenz stand. Auch inmitten der anschließenden Erfolge, gab es immer wieder Momente, wo falsche Entscheidungen getroffen wurden, die ebenfalls zu einem Scheitern führten. Ich habe großen Respekt davor, mit welchem Mut und Willenskraft er immer wieder daraus gefunden hat und vor allen Dingen wie er sich auch der Verantwortung trotz der ganzen Widrigkeiten stellte.

Aber warum schreibe ich darüber heute? Ich bin vor ein paar Wochen darauf angesprochen worden, ob ich mit meiner Fotografie erfolgreich wäre. Mich hatte diese Frage sehr überrascht und mir blieb im ersten Moment im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg. In diesem Moment konnte ich die Frage nur mit einem "Jein" beantworten, beziehungsweise mit einem "nicht wirklich". Im Nachhinein weiß ich heute, das dies auch die für mich richtige Antwort war.
Dennoch hat mich die Frage zunächst einmal beschäftigt und warf dann weitere Gedanken auf. Wonach misst man eigentlich Erfolg und wann kann oder darf man sich erfolgreich nennen? Ist es die Gesellschaft oder Freunde und Familie oder bin zu guter Letzt doch ich selbst derjenige, der darüber entscheidet?

Allgemein dürfe uns allen klar sein, das Erfolg in der Regel an einem dicken Bankkonto oder der Karriere gemessen wird. Aus diesem Blickwinkel kann ich aber bislang nicht sagen, das ich in irgendeiner Weise erfolgreich bin, da ich weder genügend Geld mit der Fotografie verdiene, um davon zu leben und mich auch in gesellschaftlicher Form nicht zu den bekannteren Fotografen zähle.
Dass ich das aber gar nicht so schlimm finde, liegt allein an der Tatsache, dass ich die Fotografie nebenbei betreibe und deswegen nicht am Hungertuch nagen muss. In der virtuellen Welt sieht es nicht anders aus. Da bilde ich mit meiner geringen Follower-Zahl eher das Schlusslicht in der Foto-Szene. Allerdings mache ich dafür nicht wirklich viel. Ich nutze Instagram und Facebook mehr oder weniger zur Zerstreuung, als wirklich ernst zunehmende Plattform um meine Bilder zu präsentieren. Es kommt zwar vor das ich mehrere Male am Tag bei Instagram oder Facebook reinschaue, werfe aber meist nur einen kurzen Blick auf den Feed, beantworte Nachrichten und dann kehre ich zurück ins alltägliche Leben. Ich denke am Tag können gefühlt mal 30 bis 60 Minuten, an manchen ereignisreichen Tagen auch mal mehr dafür vergehen. Für mich ist das ausreichend genug.

Für mich persönlich haben die sozialen Medien sowieso viel zu viel Einfluss auf alles bekommen. Wenn man sich so umhört, könnte man meinen "likes" seien die neue Währung und "Followers" das neue Statussymbol. Bei den Influencern scheint das auch wahrlich der Fall zu sein, aber in allen anderen Bereichen und auch in der Foto-Szene macht sich das mittlerweile ebenso bemerkbar. Dass dieses ganze aber reine Augenwischerei ist, hat mich Facebook schon gelehrt. Nur lassen sich immer noch sehr viele davon beeinflussen. Zuviel Einfluss führt früher oder später dennoch zu Überfluss und mündet entweder in Verdruss oder Belanglosigkeit.
Passend dazu fällt mir ein Zitat von Albert Einstein ein, der mal sagte:

 

"Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele."

Ziele hatte ich Anfang des Jahres ebenso und hatte darüber in meinem vergangenen Blog-Artikel "Welcome 2019" geschrieben. Mit der Eröffnung am 8. Juni einer Galerie im Rahmen des City-Art-Projektes in Solingen und der Veröffentlichung meines Bildbandes habe ich nun schon meine primären Ziele für dieses Jahr erreicht. Es waren glückliche Umstände, die mich dazu geführt haben, das kann ich nicht verleugnen, aber ich sag ja immer, wenn man sich lange genug auf etwas fokussiert, dann gelingt es irgendwann. Und wenn ich auf materieller, Karriere-technischer oder gar virtueller Basis zu diesem Zeitpunkt keine wirklichen Erfolge verkünden kann, ist mir der persönliche, also der eigene Erfolg der weitaus wichtigere. Denn das Wort "erfolgreich" bedeutet für mich nicht mehr, als das man die Ziele, denen man selbst folgt erreicht. Was würde mir obendrein anderer Erfolg nützen, wenn es mich nicht glücklich machen würde? Und letztendlich kann mir das ja niemand nehmen.
Kurzum würde ich sagen, dass es auf die eigene Sichtweise ankommt, wie man sich oder jemand anderen als erfolgreich wahrnimmt. Ich persönlich halte nicht viel davon deswegen Schönfärberei zu betreiben, da es mir mehr schaden als nützen würde. Sollte ich in andere Hinsicht dennoch erfolgreich werden, habe ich nichts dagegen, aber ich habe es weit hinter mir gelassen, mich deswegen unter Druck zu setzen. Für mich persönlich heißt es jetzt wieder neue Ziele und Ideen in Angriff zu nehmen, über die ich gerne beim nächsten Mal berichten werde.

 

Zum Abschluss meines Artikels möchte ich aber dennoch auf etwas hinweisen, was mich sehr gefreut hat und mir zeigt, das meine fotografischen Arbeiten auf irgendeine Art und Weise auffallen. Im Podcast der Photologen wurde ein Bild, das bei einem Shooting mit Corinna entstand besprochen. Das hat mich deswegen so gefreut, da ich bislang noch nie so ein ausführliches Feedback zu einem Bild erhalten hatte. Es ist wirklich interessant zu hören, dass die Photologen eine ziemlich perfekte Analyse zu dem Bild getroffen hatten und wahrscheinlich besser über meine Herangehensweise eines Shootings berichtet, als ich es könnte. Wer mal reinhören mag, kann das mit einem Klick auf das besprochene Bild .  Ab ca. 22 Minuten beginnt die Bildbesprechung.

Dieses Bild wird unter vielen anderen ebenfalls in unserer Galerie zu sehen sein , die ich mit Dirk Adolphs gemeinsam betreiben werde . Zudem habe ich auf meiner Facebook-Seite eine Veranstaltungs-Seite für die Eröffnung unserer Galerie errichtet. Wir laden Samstag, den 8. Juni von 11 bis 14 Uhr in der Clemens-Galerie in Solingen bei einem Sekt-Empfang dazu ein. Ich freue mich schon riesig darauf.

Mit einem Klick auf das Veranstaltungsbild kommt man  auf die entsprechende Facebook-Seite.

 

 

In diesem Sinne
Gehabt Euch wohl und bis bald
Euer Dirk

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